Wir sind umgezogen!

Wir sind umgezogen!
Unser Blog findest Du jetzt unter https://www.saschaundmilenatauchen.de/blog/
Posts mit dem Label Dokumentarfilm werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Dokumentarfilm werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 23. Februar 2017

"Im Reich der Tiefe: Die weißen Haie von Guadeloupe"

Genre: Dokumentarfilm
Erscheinungsjahr: 2011
Persönlichkeiten: Frédéric BuyleWilliam WinramPierre FrollaChristian Pétron, Dr. Mauricio Hoyos, Luke Tipple

Anzeige: Affiliate Link zu Amazon

Handlung


Die Apnoetaucher Fréderic Buyle, William Winram und Pierre Frolla machen sich mit Gerätetaucher und Kameramann Christian Pétron und seiner Crew nach Guadeloupe auf, um dort Weiße Haie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und zu filmen.

Von San Diego aus benötigen sie einen Tag mit dem Schiff nach Guadeloupe. Die Insel wurde von Kolonisten mit Ziegen bevölkert, die die gesamte Vegetation zerstörten, weshalb sie heute kahl ist und unter Naturschutz steht. Ihre Strände werden von verschiedenen Arten von Robben bewohnt, die von den Weißen Haien gejagt werden, weshalb man bei Guadeloupe auf mehr Weiße Haie trifft als in Südafrika. Bei der Insel sollen sich bis zu 150 Weiße Haie aufhalten.

Die Apnoetaucher meinen, "nur wenn ein Mensch zum Fisch wird, kann er den Bewohnern des Meeres auf eine völlig andere Weise begegnen". Sie wollen den Weißen Haien ohne Käfig begegnen, um zu beweisen, dass diese keine brutalen Mörder sind.

Dennoch geht die Crew nicht leichtsinnig an die Aufgabe heran: die Kameraleute, die mit Rebreathern tauchen, nutzen einen Tauchkäfig, um sich aufs Filmen konzentrieren zu können und dabei vor den Haien sicher zu sein. Für die Apnoetaucher ist Luke Tippel, der sie als Gerätetaucher begleitet, die zusätzliche Sicherheit. Er beobachtet und zählt die Haie und kommuniziert mit den Apnoetaucher über Signale, um zu erfahren, ob sie die gleiche Anzahl erkannt haben, damit sie nicht von einem Hai überrascht werden.
Notfallsanitäterin Tiffany Poettcker steht für den Ernstfall, einen Haiangriff, bereit und erklärt, dass sie in so einem Fall entscheiden muss, ob sie zum Beispiel ein verletztes Bein noch retten kann oder es abbinden muss, um den Menschen zu retten, weil es mehrere Stunden dauert, bis sie mit dem Boot zurück zum Festland und einem Krankenhaus gelangen. Sie fügt hinzu: "Ich hoffe, dass ich nicht arbeiten muss."

Bei der ersten Begegnung reagieren die Haie eher zurückhaltend und lassen die Taucher nicht zu nah an sich heran.

Auch ein auf die Weißen Haie in Guadeloupe spezialisierter Meeresbiologe, Dr. Mauricio Oyos, ist Teil der Crew und erklärt wie das Tagging von Tieren funktioniert und welche Erkenntnisse es bringt: Er bringt an den Haien Sender an, an die lokale Empfänger in Reichweite benötigen. Diese werden an verschiedenen Stellen positioniert und nach einem Jahr wieder geborgen um die Daten auszuwerten, welche Tiere sich wann wo und in welchen Tiefen aufgehalten haben. Damit kann man aber nur einen bestimmten Bereich überwachen und so hat er herausgefunden, dass die Weißen Haie von Guadeloupe sich gar nicht das ganze Jahr in der Nähe der Insel aufhalten.
Andere Wissenschaftler nutzen auch Satellitenempfänger, mit denen man herausgefunden hat, dass die Weißen Haie bis nach Hawaii reisen. Dabei halten sie sich teilweise auf Tiefen von 300 bis 500 Metern auf.

Ein Sturm hindert das Team am Tauchen und als er sich gelegt hat, suchen sie bei den Robbenkolonien wieder nach den Haien. Die Seeelefanten können bis zu 600m tief tauchen um Fische und Tintenfische zu jagen, sind aber ihrerseits Opfer der Weißen Haie. Viele Tiere haben Narben in ihrem Fettpanzer, die davon zeugen, dass sie Haiangriffen entkommen konnten.

Plötzlich bekommt die Crew Besuch von der mexikanischen Marine, die die Papiere überprüft und ob sich die Taucher im Naturschutzreservat aufhalten dürfen und keine Gesetze verletzt haben, denn das Angeln von Haien ist bei Guadeloupe verboten, ebenso das Filmen ohne Erlaubnis.

Aber die Soldaten befinden alles in Ordnung und die Apnoetaucher bekommen die Gelegenheit, ein paar Weiße Haie für Dr. Mauricio Oyos zu taggen. Diese Aktion ist sehr riskant, da sie die Sender mit einem Wiederhaken per Harpune an den Rückflossen befestigen und dieser Angriff die Haie reizen könnte, ihrerseits die Taucher zu attackieren. Aber auch hier zeigen die Haie ein nicht aggressives Verhalten und flüchten, nachdem sie getaggt wurden, anstatt die Taucher anzugreifen.

Mit Hilfe der Sender möchte Dr. Mauricio Oyos herausfinden, ob sich das Jadgverhalten der Männchen von dem der Weibchen unterscheidet, weil seine Theorie ist, dass die schwangeren Weibchen einer höheren Nahrungsbedarf haben und deshalb sich häufiger bei den Robben aufhalten um diese zu jagen.

Er erklärt auch, wie wichtig Haie für das ökologische Gleichgewicht des Meeres sind: Im Golf von Kalifornien, in dem es kaum Haie gäbe, sei die Population der Robben zu groß, was die Anzahl gesunder Fische stark dezimiert hätte.

Das Team bespricht seine Mission: sie wollen mit ihrer Dokumentation den Ruf der Weißen Haie ändern und wünschen sich mehr Respekt für die Tiere.
Gerade mal 60 bis 70 Angriffe von Haien auf Menschen werden jährlich dokumentiert und davon enden nur ca. fünf tödlich - dennoch ist besonders der Weiße Hai als brutaler Mörder verrufen.
Die Taucher erklären, dass beim Filmen und Fotografieren von Weißen Haien häufig mit Ködern gearbeitet wird, um spektakulärere Bilder zu erzeugen. Deshalb sieht man den Weißen Hai häufig mit aufgerissenem Maul portraitiert. Bei ihrer Dokumentation hat die Crew aber festgestellt, dass die Haie, wenn sie nicht mit Ködern angefüttert werden, scheu sind und nicht angreifen. Wichtig sei es jedoch, Augenkontakt zu halten, damit der Hai weiß, dass er den Taucher nicht überraschen kann.

Meinung


Was mir an dieser Dokumentation sehr gut gefällt: sie zeigt, wie ein Team von Menschen die Begegnung mit den Tieren und die Dokumentation selbst möglich macht. Alle Beteiligten kommen zu Wort und können ihren Teil beitragen. Während manch andere Unterwasser-Dokumentation den einzelnen Taucher in den Vordergrund stellt und der Mensch, der die Kamera führt, unsichtbar bleibt und nicht erwähnt wird, zeigt dieser Film die Teamarbeit und erklärt Hintergründe.

Die Begegnungen mit den Weißen Haien sind spannend, aber nicht reißerisch inszeniert oder besprochen, sondern dokumentieren, dass diese Tiere zwar keine Kuscheltiere, aber auch keine blutdurstigen Mörder sind.

Wo gefunden?


Auf Netflix. Ist Teil einer Serie und auch bei Amazon Prime im Stream (*) oder als DVD Set (alle Folgen) (*) erhältlich.

(*) Hierbei handelt es sich um Affiliate Links zu Amazon. Wenn Dir dieser Blogpost gefallen hat und Du diesen Film leihen oder kaufen möchtest, freuen wir uns, wenn Du das über die hier genannten Links tust.
So erhalten wir über Amazon Werbeeinnahmen und Dich kostet das Produkt nicht mehr. Danke Dir!

Anzeige: Affiliate Link zu Amazon

Donnerstag, 9. Februar 2017

"Sharkwater"

Genre: Dokumentarfilm
Erscheinungsjahr: 2007
Persönlichkeiten: Rob StewartPaul Watson

Anzeige: Affiliate Link zu Amazon

Handlung


Der Film "Sharkwater" klärt über Haie auf, indem er sie in ihrer natürlichen Umgebung zeigt und wie sie durch Menschen vom Aussterben bedroht werden. Er stellt die Aussagen von Menschen, die Vorurteile gegenüber Haien haben, den Aussagen von Biologen und Naturschützern entgegen und vertritt die These, dass die massive Überfischung von Haien nur möglich ist, weil die breite Öffentlichkeit Haie als Bedrohung und nicht als schützenswerte Lebewesen ansieht.

Dokumentarfilmer, Taucher und Biologe Rob Stewart erzählt von seiner Liebe zu Haien und wie er in nur wenigen Jahren beobachten konnte, dass die Haie in seinen Tauchgebieten stetig weniger wurden, was für ihn der Anlass war, die Überfischung zu erforschen und zu dokumentieren.

Er erklärt, dass in nur wenigen Jahrzehnten die weltweite Haipopulation um 90% zurückgegangen ist, was nicht nur für die Haie ein Problem ist, sondern auch für uns Menschen, da man nicht vorhersagen kann, was mit den Ökosystemen der Ozeane passiert, wenn man so eine große Anzahl an Räubern entnimmt. Letztendlich kann es sich auf den verfügbaren Sauerstoff auf der Erde auswirken, da 70% des Sauerstoffs durch Plankton im Meer produziert wird, was in höherem Maße konsumiert wird, wenn die Fische, die sich von Plankton ernähren, keine Fressfeinde mehr haben:

"Das Leben auf der Erde ist abhängig vom Leben im Meer."

Rob Stewart begleitet eine Zeit lang Paul Watson und die Crew des "Ocean Warrior", eines Schiffs der Naturschutzorganisation Sea Shepherd und hilft bei ihrer Kampagne gegen Wilderei zwischen den Galapagos Inseln und Costa Rica.

Der Film gibt auch einen Einblick in die Arbeit von Sea Shepherd: Sie berufen sich die jeweiligen Fischereigesetze des Landes, in dem sie operieren und werden von Regierungen eingeladen, um ihnen zu helfen, gegen Wilderei vorzugehen. Zu Beginn ihrer Operation ist das Fischen mit Langleinen bei den Galapagos Inseln verboten, weil es zu viel Beifang verursacht und als die Crew der "Ocean Warrior" auf sechzig Meilen Langleine stößt, schneiden sie sie durch und befreien die Tiere, die noch nicht gestorben sind. Dabei zählen sie 160 Haie, die an den Langleinen hängen und erstickt sind, weil sie Sauerstoff aufnehmen, indem sie Wasser beim Schwimmen durch ihre Kiemen filtern.

Die "Ocean Warrior" trifft auch auf ein Fischerboot, das Haie nur für ihre Flossen fängt, diese abschneidet und die verblutenden Tiere zurück ins Meer wirft. Diese Praxis - Finning - ist in diesen Gewässern nicht erlaubt, die Fischer sind verpflichtet, das gesamte Tier zu nutzen. Da Haifischflossensuppe in China aber eine prestigeträchtige Delikatesse ist, ist der Preis für die Flossen ungleich höher als für das restliche Haifischfleisch, was dazu führt, dass Fischer nur die Flossen transportieren, um ihren Gewinn zu maximieren.
Sea Shepherd verfolgt das wildernde Fischerboot und Rob Stewart filmt wie die Fischer die Ermahnungen ignorieren und mit ihrer Arbeit fortfahren. Das Ziel der Naturschutzorganisation ist es, die Fischer zu unterbrechen, zur Aufgabe zu zwingen und in den nächsten Hafen zu bringen, um sie dort zusammen mit den Beweisen für ihren Gesetzesverstoß den Behörden zu übergeben. Dazu nutzen sie Wasserwerfer und rammen das Fischerboot, bis die Besatzung einwilligt, sich in den Hafen schleppen zu lassen.

Auf dem Weg zum Festland begegnet die "Ocean Warrior" jedoch einem Kanonenboot, das zur Haifischmafia gehört und von den Fischern bestellt wurde, um sie zu befreien. Sie müssen die Fischer ziehen lassen und fahren alleine weiter nach Costa Rica.
Dort angekommen begreifen sie erst das Ausmaß und die Macht der Haifischmafia: diese hat offensichtlich die Behörden bestochen, sodass die Crew der "Ocean Warrior" trotz Videobeweisen des versuchten Mordes an den Fischern angeklagt wird und die Frage nach der Wilderei plötzlich keine Rolle mehr spielt. Zunächst hoffen die Angeklagten auf den Rechtsstaat, kooperieren und nehmen sich einen Anwalt, erkennen aber wie millionenschwer das Geschäft mit Haifischflossen in Costa Rica ist und flüchten mit der "Ocean Warrior" in internationale Gewässer, als sie die Nachricht erhalten, dass sie auf unbestimmte Zeit gefangen genommen werden würden.
Auf der Flucht werden sie von der Küstenwache gejagt, die mit Maschinengewehren bewaffnet ist und setzen alles daran, bloß nicht anzuhalten. Die Crew legt an Deck Stacheldraht aus, um die Küstenwache am Entern zu hindern und als sie endlich in internationalen Gewässern sind, steht allen die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.

Die "Ocean Warrior" setzt ihre Operation bei den Galapagos Inseln fort, bis sie dort von der Regierung wieder ausgeladen werden, weil sich diese dem Druck der örtlichen Fischerei gebeugt und das Fischen mit Langleinen wieder legalisiert hat. Sie müssen Rob Stewart zurücklassen, weil er mit einer Staphylokokken-Infektion im Krankenhaus liegt.

Nachdem er sich davon erholt hat, reist er heimlich nach Costa Rica, auch wenn er dort von den Behörden gesucht wird. Sein Ziel ist die Kokos-Insel. Überrascht trifft er in Costa Rica auf lokale Demonstrationen gegen Finning: Ihr Fall hat so viel Aufmerksamkeit erregt, dass die Öffentlichkeit sich für Naturschutz und gegen die Haifischmafia einsetzt. Rob Stewart hat Glück, dass die Polizei und die Mafia mit den Protesten beschäftigt sind und schafft es vom Festland auf die Kokos-Insel, wo er mit Haien freitaucht.

Der öffentliche Druck hat dazu geführt, dass die Langleinenfischerei auf den Galapagos-Inseln wieder verboten ist.

Meinung


Der traurige Anlass für mich endlich "Sharkwater" zu sehen, war Rob Stewarts Tod am 31. Januar diesen Jahres. Er starb beim Filmen für Sharkwater - Extinction in Florida. Nicht durch einen Hai oder einen Menschen, sondern durch einen Tauchunfall, der mir immer noch unglaublich vermeidbar vorkommt und den Film für mich noch trauriger gemacht hat, weil ich die ganze Zeit daran denken musste, dass dieser sympathische und engagierte Mensch noch leben könnte, wenn er etwas mehr Glück gehabt hätte.
Für mich als Taucherin ist dieser tragische Unfall eine Warnung, meine Tauchgänge konservativ zu planen und durchzuführen, insbesondere bei noch ungewohnten Tauchtechniken, und in Rettungssituation auch immer den Buddy des Opfers im Auge zu behalten.

Der Film selbst ist sehr gut gemacht: Auch wenn man sehr traurige und brutale Aufnahmen sieht, die das Töten von Haien zeigen, gelingt es Rob Stewart, die Dokumentation so zu gestalten, dass sie nicht reißerisch wirkt und man am Ende nicht verzweifelt, sondern ein besseres Verständnis von der Problematik hat.

Wo gefunden?


Auf Netflix. Hab ihn im Original geguckt, weil ich nicht dem Synchronsprecher von Rob Stewart zuhören wollte, sondern ihm selbst, um mehr von seiner Persönlichkeit zu erfahren. Sein Sprecher redet in den Szenen, in denen Rob direkt in die Kamera spricht, allerdings versetzt zur Originalspur, wie das in Dokumentarfilmen üblich ist, sodass man auch wenn man den Film lieber auf Deutsch guckt, etwas von seiner echten Stimme mitbekommt. 
Wer gerade kein aktives Netflix-Abo hat und den Film auf Deutsch streamen möchte, kann das bei Amazon (*) tun.
Auf der Blu-ray (*) sind natürlich auch beide Tonspuren enthalten.

(*) Hierbei handelt es sich um Affiliate Links zu Amazon. Wenn Dir dieser Blogpost gefallen hat und Du diesen Film leihen oder kaufen möchtest, freuen wir uns, wenn Du das über die hier genannten Links tust.
So erhalten wir über Amazon Werbeeinnahmen und Dich kostet das Produkt nicht mehr. Danke Dir!

Anzeige: Affiliate Link zu Amazon

Sonntag, 22. Januar 2017

"Die Schweigende Welt"

Genre: Dokumentarfilm
Erscheinungsjahr: 1956
Persönlichkeiten: Jaques-Yves Cousteu

Anzeige: Affiliate Link zu Amazon

Handlung


Die Calypso, Tauch- und Forschungsschiff mit 12 Tauchern und mehreren Wissenschaftlern durchstreift das Mittelmeer, das Rote Meer und den Indischer Ozean.

In Griechenland treffen sie auf Helmtaucher, die Schwämme sammeln und helfen ihnen dabei. Die Taucher der Calypso tauchen mit Pressluftflaschen und machen Sicherheitsstopps, weil sie von den Dekompressionskrankheiten wissen. Sie haben sogar eine Druckkammer an Board. Ihr Equipment ist zu der Zeit neuster Stand der Technik, teilweise sind es sogar eigene Prototypen wie zum Beispiel selbstgebaute Unterwasserkameras.

Bei einigen Tauchgängen gehen die Taucher auf bis zu 75 Meter Tiefe und erklären, dass für sie ab 50 Meter der Tiefenrausch beginnt.

Im Korallenriff nutzen sie Dynamitfischen zur Bestimmung des Fischbestands, auch wenn es bereits für kommerzielle Zwecke verboten ist. Es sei aber anders nicht möglich ist, den Bestand wissenschaftlich zu erfassen. Während die Fische an Land geholt werden und dort sterben, hört man den Kommentar aus dem Off: "Ein trauriger Anblick".

Mit Hilfe von Unterwasser-Scootern können die Taucher größere Gebiete erkunden. Damit gelingt es auch einem, sich am Panzer einer Meeresschildkröte festzuhalten und sich von ihr ziehen zu lassen. Diese kämpft sichtlich darum, freizukommen.  Kommentar aus dem Off: "Lassen wir sie in Ruhe"

Die Mannschaft der Calypso sucht auch nach einem Wrack und betaucht es.

Als sie auf Pottwale stoßen, bewundern sie diese und einen aus der Crew packt ein "unzähmbarer Jadginstinkt", seine Harpune dringt aber nicht durch die Haut.
Das Schiff folgt den Walen und stößt aus Versehen mit einem Wal zusammen. Sie beobachten wie insgesamt 26 andere Wale den Wal schützen und finden die Solidarität bemerkenswert. Die Calypso folgt ihnen weiter, dabei wird ein Walbaby von der Schiffsschraube lebensgefährlich verwundet. Sie töten es, um "sein Leiden abzukürzen".

Vom Blut des Walbabys werden Haie angelockt. Diese werden als "Todfeinde" bezeichnet und beim Käfigtauchen gefilmt. Als die Haie das tote Walbaby fressen, geht die Besatzung auf die Haie los, zieht einige an Board und tötet sie. Dazu der Kommentar: "Alle Seefahrer der Welt hassen Haie. [...] Jeder sucht sich eine Waffe."

Auf einer vermeintlich unbewohnten Insel in den Tropen trifft die Mannschaft auf Land-Riesenschildkröten und setzen sich auf sie, um sich tragen zu lassen oder auszuruhen. Sie treffen auf einen Einheimischen, der nach Schildkröteneiern von Meeresschildkröten sucht. Sie beobachten und erklären die Paarung von Meeresschildkröten, die Eiablage und das Schlüpfen.

Sechs Wochen lang tauchen die Taucher am selben Riff und versuchen mit den Fischen "Freundschaft zu schließen". Dazu füttern sie einen Zackenbarsch und dürfen ihn schließlich anfassen. Sie freuen sich über seine Zutraulichkeit. Da er den anderen Fischen aber nun das mitgebrachte Futter wegfrisst, sperren sie ihn für kurze Zeit im Tauchkäfig ein, um auch die anderen Fische füttern zu können. Schließlich verabschieden sich sie von ihm, als sie das Riff verlassen.

Meinung


Jaques-Yves Cousteau ist sowohl beim Tauchen als auch beim Naturschutz der Unterwasserwelt ein großer Vorreiter gewesen. Umso mehr hat es mich überrascht, dass sein erster Kinofilm so viel menschliche Respektlosigkeit in Bezug auf den Umgang mit der Natur offenbart:

Es ist total normal, Schwämme zu sammeln, Dynamitfischen ist zwar kommerziell verboten, aber im Dienst der Wissenschaft erlaubt, Schildkröten werden unter Wasser und an Land massiv belästigt und den Höhepunkt bildet die Begegnung mit den Walen und den Haien, in der die Logik der Erzählung schon fast absurd wirkt. Zunächst ist es völlig in Ordnung, den Versuch zu unternehmen, einen Wal zu töten (als Mensch), als dann aber erst einer und dann ein zweiter Wal durch das Schiff verletzt werden, zeigt man Bedauern und gibt dem tödlich verletzten Tier den Gnadenschuss. Anstatt jedoch sich selbst Vorwürfe über den Tod des Tieres zu machen, beschimpft man die Haie, die das Aas fressen wollen, greift sie sogar noch an und tötet so die nächsten unschuldigen Tiere.

Dagegen wirkt das Füttern im Riff fast unproblematisch - auch wenn sie damit ins Ökosystem eingegriffen haben, wird es sich wieder erholt haben, da es sich nicht um einen stark touristisch frequentierten Tauchplatz handelte - diese gab es zu dieser Zeit schließlich noch nicht.

Bei aller Kritik am Verhalten der Taucher finde ich diese Dokumentation dennoch unglaublich spannend, weil sie nicht nur die Tierwelt zeigt (und auch benennt und gut erklärt), sondern auch die Menschen, die noch am Anfang ihrer Entwicklung zu Naturschützern stehen. Durch dieses krasse Fehlverhalten wird einem klar, wie wichtig die Beschäftigung mit der Natur ist, um sie besser zu verstehen, die eigenen Vorurteile zu erkennen und zu lernen, anderen Lebewesen mit Respekt zu begegnen. Dieser Film zeigt den Anfang dieser Entwicklung bei Jaques-Yves Cousteau und seiner Crew.

Dennoch würde ich ihn nicht mit Kindern gucken. Die Szenen, in denen das Walbaby und die Haie sterben, sind einfach zu heftig.

Wo gefunden?


In der Box Jacques-Yves Cousteau - Seine großen Kinofilme [3 DVDs] (*), zum Beispiel bei Amazon.

(*) Hierbei handelt es sich um Affiliate Links zu Amazon. Wenn Dir dieser Blogpost gefallen hat und Du diesen Film leihen oder kaufen möchtest, freuen wir uns, wenn Du das über die hier genannten Links tust.
So erhalten wir über Amazon Werbeeinnahmen und Dich kostet das Produkt nicht mehr. Danke Dir!

Anzeige: Affiliate Link zu Amazon